Roland FeichtLeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Polen

Einführung und Ausblick

Die polnische und die deutsche Soziale Demokratie sind seit vielen Jahren durch besondere Beziehungen miteinander verbunden. Deutsche Sozialdemokraten waren die wichtigsten Ratgeber Polens auf dem Weg in die Europäische Union. Die polnische Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung ist seit 25 Jahren Garant dafür, dass dieses Europa demokratisch und sozial ist. Sie unterstützt intellektuelle Kreise, deren Anliegen es ist, ein solches Europa aufzubauen.

Seit 25 Jahren befördert die polnische Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung in diesem Staat eine intellektuelle Debatte auf höchstem Niveau. Sie unterstützt wissenschaftliche Forschungen in den Themenbereichen Arbeitnehmermitbestimmung, Rolle der Gewerkschaften und soziale Exklusion. Dank der Bemühungen der Stiftung sind diese Probleme dauerhaft in der öffentlichen Debatte Polens präsent.

Weiterhin zeichnet sich die Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung durch zahlreiche vortreffliche Publikationen aus. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Biografie und die Erinnerungen des grossen Sozialdemokraten Willy Brandt. Sein Leben und sein politisches Vermächtnis dienen bis heute als Inspiration für Politiker_innen, denen die Vision der Aussöhnung zwischen den Völkern Europas über historische Trennlinien hinweg am Herzen liegt.

Leszek MillerVorsitzender des SLD

Alexander KallweitAbteilungsleiter Internationaler Dialog, Friedrich-Ebert-Stiftung

ZUM GELEIT

Meine erste Begegnung mit der Friedrich-Ebert-Stiftung liegt über vierzig Jahre zurück. Später folgten Seminare, Konferenzen und Arbeitsgruppen in Warschau, Bonn, Berlin...

Die engen Kontakte und die Zusammenarbeit erhielt ich auch während meiner Tätigkeit als Direktor des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts aufrecht. Ich nahm seinerzeit eine Berufung in die Jury an, die über die Vergabe von Auszeichnungen für besondere Dienste zur Förderung der Menschenrechte entschied. Ich war sehr erfreut, als die übrigen Mitglieder des Ehrenausschusses meinem Vorschlag nachkamen, Frau Professor Ewa Łętowska mit der jährlich verliehenen Auszeichnung zu ehren. Ich erwähne dies, weil die Friedrich-Ebert-Stiftung in Polen hauptsächlich für ihren Beitrag zur Aussöhnung zwischen Polen und Deutschland geschätzt wird. Weniger bekannt jedoch ist die Stiftung für ihren Einsatz zur Förderung der Ideale der Bürgergesellschaft sowie universeller demokratischer Werte, der Toleranz und der Würde des Menschen sowie der zwischenmenschlichen Solidarität. Ihre Arbeit verhilft der Moralität in der Politik wieder zu Gewicht und Bedeutung.

Für mich verkörpert die Friedrich-Ebert-Stiftung wie auch für Millionen von Menschen in Polen und auf der ganzen Welt das freundliche Gesicht des neuen Deutschland sowie von Deutschen, die der Welt und den Menschen freundschaftlich und offen gegenüberstehen.

Prof. Adam Daniel RotfeldAußenminister der Republik Polen a. D.

Aleksander KwaśniewskiPräsident der Republik Polen a.D.

Herrn Roland Feicht
Direktor Friedrich-Ebert-Stiftung
Büro Warschau

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist für unser Zentrum nicht nur ein strategischer Partner, sondern auch ein nachahmenswertes Beispiel. Über die vergangenen 25 Jahre hinweg förderte das Warschauer Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung ununterbrochen Werte der Sozialen Demokratie wie Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit. Das Ignacy-Daszyński-Zentrum hat mit der Stiftung nach wie vor einen bedeutenden ideellen Verbündeten bei der Förderung einer fortschrittlichen Vision Polens und Europas. Wir glauben, dass unsere Organisationen in den kommenden Jahren weiterhin gemeinsam das Credo von Friedrich Ebert verbreiten werden, das in der Aufforderung „Die Demokratie braucht Demokraten“ zum Ausdruck kommt.

Ignacy-Daszyński-Zentrum

Dietmar NietanMdB, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband

Ganz unbekannt war die Friedrich-Ebert- Stiftung in Polen nicht, als sie vor 25 Jahren ihr Büro in Warschau eröffnete. Bereits in den achtziger Jahren hatte sie Kontakte geknüpft und Stipendien vergeben. Wenn Polen 1989 das Glück hatte, Menschen zu haben, die fähig und vorbereitet waren, die Verantwortung für das frei gewordene Land zu übernehmen, dann lag es auch daran, dass sie Demokratie und Marktwirtschaft in westlichen Ländern, oft eben in Deutschland, in der Praxis erlebt und erlernt hatten.

Seit einem Vierteljahrhundert ist die Friedrich-Ebert-Stiftung als eine der deutschen politischen Stiftungen Teil der politischen Kultur Polens. Sie hat einen wesentlichen Anteil an dem oft gepriesenen Erfolg des polnisch-deutschen Verhältnisses. Ein Grund zur Freude und zum Stolz für die Stiftung. Und ein Grund zur Dankbarkeit für alle, denen ein gutes polnisch-deutsches Verhältnis am Herzen liegt.

Ein einfaches Gastland war und ist Polen für die SPD-nahe Stiftung sicherlich nicht. In den für die neue polnische Elite prägenden achtziger Jahren ist die deutsche Sozialdemokratie vielen Polen fremd geworden. Der damalige Streit um die Entspannungspolitik wirkt bis heute nach und spiegelt sich zum Teil auch in der Diskussion über Russland wider. Aus solchen Differenzen kann leicht Misstrauen entstehen. Das kann man nur verhindern, wenn man versteht, woher die Unterschiede kamen oder kommen. Diese Aufgabe hat die Stiftung in Polen in den vergangenen 25 Jahren mit grossem Erfolg bewältigt. Vertrauen ist gewachsen. Vertrauen muss gepflegt werden. Das kann die Stiftung sehr gut. Deshalb: Bleiben Sie bei uns!

Janusz Reiterehemaliger Botschafter Polens in Berlin und Washington