Monika KlepackaFriedrich-Ebert-Stiftung in Polen

Zu Beginn

Die Friedrich-Ebert-Stiftung gehört zu den wichtigsten Partnern der Stiftung für die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim, und die fruchtbare Zusammenarbeit hat eine fast zwanzigjährige Tradition. Ausstellungen wie unter anderem „Schweigendes Grauen“, „Willy Brandt i Polska. Przezwyciężenie podziału Europy“ (Willy Brandt und Polen. Überwindung der Teilung Europas) sind nur einige Beispiele unserer Zusammenarbeit. Von besonderer Bedeutung war das gemeinsame Projekt „Inna strona Świata. Twarzą w twarz – spotkania“ (Die andere Seite der Welt. Von Angesicht zu Angesicht – Begegnungen). Diese Ausstellung mit dreisprachigem Begleitkatalog wurde 2008 im Europäischen Parlament und später in weiteren achtzehn Städten gezeigt (unter anderem im Kunstpalast Krakau, den Kubicki-Arkaden im Warschauer Königsschloss, in der damaligen Hauptgeschäftsstelle der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn, im Landtag von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf sowie im Bayerischen Landtag in München). Das letzte gemeinsame Projekt war die deutsch-polnische Ausgabe des Buches „Wciąż pytają“ (Man fragt mich immer wieder) von Halina Birenbaum anlässlich des 25. Jubiläums der IJBS. Wir wünschen der Frie Ebert-Stiftung das Allerbeste zum Jubiläum und freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit.

Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz (IJBS)

Krzysztof GetkaFriedrich-Ebert-Stiftung in Polen Gewerkschaftsprojekt

Ein Blick zurück

Mit der Friedrich-Ebert-Stiftung arbeite ich seit Anfang der 1990er Jahre zusammen. In den Mitarbeitern der Stiftung sind mir immer Menschen begegnet, für die die sozialdemokratischen Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität von besonderer Bedeutung waren. Eben diese Ideale verbindet die Stiftung mit den freien Gewerkschaften und auf dieser Basis gründet auch unsere langjährige Zusammenarbeit. Dank der Offenheit der Stiftung für den Aufbau einer freien und solidarischen Gesellschaft mit gleichen Chancen für die Teilnahme am Wirtschaftsgeschehen liessen sich zahlreiche Schulungen und Seminare für die Führungskräfte der NSZZ „Solidarność“ durchführen. Auf diese Weise wurden die Kompetenzen der Gewerkschaften verbessert, die politischen Führungskräfte der Gewerkschaften gestärkt und ihre Fähigkeit zu strategischem Denken gefördert. Die langjährige Zusammenarbeit bringt gleichzeitig den Austausch von Ansichten, Gedanken und gegenseitiger Inspiration mit sich, die zur Entwicklung und dem Wandel der Gesellschaft beitragen. Dabei geht es um die Entwicklung der elementaren Diskussion über die wirtschaftlichen Veränderungen in unserem Land, die eine würdige Arbeit für alle sichern sollen, und um Änderungen, die zu einer Verringerung der Armut und zu einer dauerhaften Festigung der Sicherheit im Bereich des Sozialen und der Arbeit beitragen sollen. An dieser Stelle sei an die inhaltlich brillanten Publikationen der Stiftung erinnert, die die Gewerkschaften inspirieren und für gesellschaftliche Probleme sensibilisieren.

Im Rahmen meiner Tätigkeit im Arbeitsrechtlichen Zentrum der NSZZ „Solidarność“ konnte ich stets auf das Wohlwollen, die Offenheit und das soziale Einfühlungsvermögen der Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Polen zählen.

Dariusz KucharskiSoziologe und ehem. Direktor des Arbeitsrechtlichen Zentrums der NSZZ „Solidarność”

1990–1994 Klaus Grimm Leiter der FES in Polen

Nun sind also bereits 25 Jahre seit der Gründung des FES-Büros in Warschau und Polen vergangen. Ich bin auch heute noch stolz darauf und dankbar zugleich, dass ich mit der Gründung dieses Büros und dem Aufbau der FES-Arbeit in Polen beauftragt wurde. Bereits zum 10-jährigen Gründungsjubiläum hatte ich die Gelegenheit, mich in der damaligen Jubiläumspublikation auf die Anfangszeit zurückzubesinnen. Es wurde ein sehr emotionsgeladener Bericht, der meine Liebe zu diesem Land, zu seinen Menschen und zu seiner Kultur, wie ich glaube, deutlich zum Ausdruck brachte. Das damals Gesagte gilt auch heute noch in gleicher Weise. Auch für meine Familie. Die freundschaftlichen Beziehungen, die sich damals entwickelten, speziell auch zu den Mitarbeiter_innen im FES-Büro, sind niemals abgerissen und sind für uns auch heute noch sehr wertvoll.

Dies vorausschickend möchte ich nun jedoch – nach 25 Jahren – in Kontrast und auch ergänzend zu meiner damaligen sehr persönlich gehaltenen Rückschau den Schwerpunkt meiner folgenden Ausführungen auf die sachliche Seite meiner Tätigkeit in diesen ersten Jahren legen.

Nach dem politischen Umbruch in Mittel- und Osteuropa hatte sich die Friedrich-Ebert-Stiftung aufgrund der überragenden Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen dafür entschieden, ab 1990 in Polen ein großes und differenziertes Projekt zu entwickeln. Es ging reformorientiert kurzund mittelfristig um Beiträge der FES vor allem zu drei Problembereichen:

  1. Die öffentliche Verwaltung Polens und das Rechtssystem stellten einen erheblichen Engpassfaktor im Prozess der Systemumgestaltung dar. Das galt sowohl nach innen, etwa mit Blick auf die Erfordernisse 1990–1994 Klaus Grimm Leiter der FES in Polen der Wirtschafts- und Sozialreform, als auch nach außen, vor allem mit Blick auf die Integration Polens in den europäischen Bezugsrahmen. Dieser Engpass bestand, obwohl der Sejm, was nicht immer anerkannt wurde, enorme legislative Arbeit leistete. So wurden allein in der Legislaturperiode des 10. Sejm im Verlauf von knapp 28 Monaten in 78 Sitzungen 247 Rechtsakte verabschiedet. Auf der anderen Seite blieben allerdings auch sehr viele Gesetzesvorlagen etwa im sozio-ökonomischen Bereich, Gesetzesänderungen und Neuprojekte unbearbeitet. Dazu gehörten auch die neue polnische Verfassung und das Thema Reprivatisierung.
  2. Den Anstoß zur Transformation des kommunistischen Gesellschaftssystems gaben insbesondere in Polen jahrelange und konsequente Aktivitäten nicht-staatlicher gesellschaftlicher Gruppen, herausragend hierbei natürlich die Aktivitäten der „Solidarność“. Dementsprechend legte die Friedrich-Ebert-Stiftung in Polen von Anfang an großen Wert darauf, dass die Zusammenarbeit mit Partnern dem Prinzip der „Vielfalt von Institutionen“ genügte. Es galt, ein intensives und dichtes Kontaktnetz zu Institutionen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kirche, Forschung sowie der Jugend- und Frauenarbeit etc., vor allem aber auch zu regionalen Institutionen aufzubauen. Die FES gewann dadurch rasch auch einen relativ großen Bekanntheitsgrad.
  3. Ein dritter Schwerpunkt der FES-Tätigkeit in Polen lag im gewerkschaftlichen und parteipolitischen Bereich:
    a. In den Kontakten zwischen der „Solidarność“ und den deutschen Gewerkschaften, vor allem vertreten durch den Deutschen Gewerkschaftsbund. Einerseits konnte hier an die politischen Beziehungen angeknüpft werden, welche die deutschen Gewerkschaften noch vor dem Umbruch zur oppositionellen „Solidarność“ unterhielten. Auf der anderen Seite galt es aber nun, auch zu Projekten der inneren Reform von Struktur und Funktion der „Solidarność“ als Gewerkschaft beizutragen. Da sich im Verlauf des Entwicklungsprozesses die politischen und konzeptionellen Gewichte innerhalb der „Solidarność“ immer wieder verschoben, war auch diese Zusammenarbeit komplex und schwierig.
    b. In einer Unterstützung der Neugestaltung des gesellschaftlichen Sektors „politische Parteien“. Angesichts einer großen, manchmal nur schwer überschaubaren Vielfalt politischer Parteien im damaligen Polen war auch diese Aufgabe mit besonderen Herausforderungen verbunden. Dies galt auch für die Förderung der Beziehungen zwischen der SPD und SPD-nahen Parteien und gesellschaftlichen Gruppierungen in Polen.
  4. Zusätzlich zu solchen Beiträgen zu den polnischen Reformaktivitäten sei das FESBüro in Oberschlesien (Gliwice) erwähnt. Dieses Projekt sollte im Rahmen des FES-Beitrags zu den deutsch-polnischen Beziehungen dabei helfen, Spannungen zwischen dem deutschstämmigen Teil der Bevölkerung in Schlesien einerseits und dem nicht-deutschstämmigen Teil sowie polnischen Instanzen andererseits zu überbrücken. Dieses politisch und gesellschaftlich so schwierige Projekt fand nach einigem Anfangsmisstrauen beträchtliche Anerkennung sowohl in Polen selbst als auch in Deutschland. Es ging dann in andere Trägerschaft über.

Ich glaube, dass die Friedrich-Ebert-Stiftung und ihr Büro in Polen in diesen 25 Jahren in den genannten und weiteren Tätigkeitsbereichen wichtige Beiträge in diesem Land leisten konnten und dies auch weiterhin tun werden. Auch zu dieser jüngsten „Vierteljahrhundert“-Wegmarke gratuliere ich sehr herzlich. Ich werde mich Polen wie seinem FES-Büro auch zukünftig eng verbunden fühlen.

1994–1998 Hans Blumenthal Leiter der FES in Polen

„Junger Mann, es ist schon in Ordnung, wenn Deutsche sich in Polen für vergangene Taten – und sei es indirekt – entschuldigen. Aber ich möchte Ihnen sagen, dass heutige Polen bei solchen Entschuldigungen skeptisch werden. Denn in die Vergangenheit zielende Entschuldigungen könnten als kostengünstigerer Ersatz mangelnder Unterstützung unseres nötigen Weges in NATO und EU, der polnischen Zukunft gesehen und missbraucht werden.“ Dies war 1994 eine meiner ersten Lektionen zwecks sensibleren Verständnisses polnischer Angelegenheiten. Gegeben vom großen Władysław Bartoszewski, als ich ihn für die Jury des geplanten „Danziger Erich- Brost-Preises“ gewinnen wollte.

Die zusammen mit Michael Domitra betriebene Organisation dieses Preises war eine der kurzweiligen Aktivitäten der dynamischen Warschauer FES-Mannschaft. Die Ziele des Preises bildeten – mit dem der politischen Bildung und Beratung – zugleich die Pfeiler der damaligen Arbeit: deutsch-polnische Zusammenarbeit und Unterstützung des polnischen Wegs in die EU.

Die Auflage eines „EU-Monitorings“ mit einem 6- bis 7-köpfigen hochqualifizierten Team, darunter der spätere Finanzminister Jerzy Hausner und der spätere Ministerpräsident Marek Belka produzierte jährlich ein hoch anerkanntes Gutachten zu den polnischen Fortschritten – oder auch der Stagnation – bei der Annäherung an den „acquis communautaire“, auf dem Wege in die EU.

Polen war Mitte der neunziger Jahre für die Deutschen noch der weitgehend unbekannte und mit mancherlei Vorurteilen besetzte Nachbar. Die sogenannte „road show“ mit prominenten polnischen und deutschen Journalisten sowie Wissenschaftlern und dem FESLeiter in der bequemeren Aufgabe des Moderators trat in verschiedenen deutschen Städten auf und suchte Auskunft über den Nachbarn zu geben. Gelegentlich erstaunlich zahlreiches Publikum war Beleg für große Nachfrage.

Die Vielzahl von Veranstaltungen, Seminaren, Publikationen, die Organisation und Betreuung prominenter deutscher Besucher seien als Routine nur benannt. Im Nachgang eines Besuches überraschte ein ehemaliger polnischer Premier mit einem Satz voll prophetischer Kraft: „Wir alle lieben Oskar, aber Gerhard wird Kanzler werden!“

Dass Erstgenannter jedenfalls alle Fähigkeiten für den Job besaß, bewies er gegen ein Uhr früh nach einem mehrstündigen mit unzähligen Wodkatoasts gewürzten Abendessen in einem Kellerlokal am altstädtischen Marktplatz mit einer auf Bitten der polnischen Politiker exzellent improvisierten, druckreif formulierten Rede zu europäischen Themen.

Dass sich auch „unangenehmere“ Themen im manchmal noch ohne das Licht farbiger Werbung und Reklame sehr winterdüsteren Warschau mit polnischem Humor behandeln ließen, belegte der, leider in diesem Jahr verstorbene, frühere SLD-Parteivorsitzende und kurzzeitige Premier Józef Oleksy, als er mich zum Gespräch zitierte: „Hans, wir haben keinerlei Probleme mit den Sozialdemokraten oder Sozialisten in Europa, nicht mit den Schweden, nicht mit den Holländern oder Franzosen. Nur mit den deutschen Sozialdemokraten. Ihr nennt uns „Postkommunisten“. Und ich frage dich, warum nennt ihr uns Postkommunisten? Zum einen haben wir gar nichts mit der Post zu tun. Und zum anderen möchte ich dir noch einmal sagen: es gab hier in den Jahren vor der Wende gar keine Kommunisten mehr.“ Und mit einem langen Blick auf jeden einzelnen seiner ca. zehn Parteifreunde in der Runde, darunter auch ein ehemaliger Sport- und Jugendminister und späterer – sehr erfolgreicher – Staatspräsident schloß er: „Ja, es gab hier keine überzeugten Kommunisten mehr, es gab lediglich – und dies in größerer Menge – überzeugte Opportunisten.“

Die Zeit in Polen, 1994 bis 1998, war eine der interessantesten Stationen meiner FESZeit. Das Kennenlernen des unbekannten östlichen Nachbarn, Vergangenheitsbewältigung, Transition von einem in ein anderes System auch mentaler Haltungen, Debatten um die richtige Wirtschaftspolitik, um den richtigen Weg nach Europa, die immer wieder deutliche Angst von der früheren, sowjetischen Abhängigkeit in eine europäische zu geraten, die Suche eines verbündeten Deutschlands bei großer Vorsicht gegenüber besserwisserischen Deutschen, die Freundschaft mit dem Ehepaar Brost, das große Interesse in Deutschland an Vorträgen oder Artikeln und – nicht zuletzt – das wunderbare FES-Team bleiben in Erinnerung.

Markus Meckel, letzter DDR-Außenminister und in Polen sehr aktiver SPD-Abgeordneter gab einmal auf die polnische Klage über das im Vergleich zu Frankreich doch recht geringe Interesse von jungen Deutschen im Rahmen des deutsch-polnischen Jugendwerkes nach Polen zu kommen, die kluge, diplomatische Antwort: „Polen und Deutsche haben gemeinsam, dass beide Richtung Westen schauen und sich Richtung Westen orientieren. Das Pech für Euch bei dieser Gemeinsamkeit ist, dass ihr, wenn ihr nach Westen schaut und wir ebenfalls, ihr von uns Deutschen dann den Rücken seht.“ Dass dies nicht nur so ist, bleibt Programm für die nächsten 25 Jahre der FES Polen in Warschau.

1998–2003 Hermann Bünz Leiter der FES in Polen

Fünfundzwanzig Jahre bildungspolitische Arbeit in Polen sind eine lange, kurze Zeit, die viel länger wird, wenn wir genauer hinsehen, was alles passiert ist. Ich finde die Idee schön, die unterschiedlichen Leiter des Projektes Polen kurz zu Wort kommen zu lassen, damit deutlich wird, dass die FES zwar sehr unterschiedliche Arbeitsansätze zulässt, dass es aber als Summe aller Ansätze immer ein Ziel gibt: Die Entwicklung mündiger Bürgerinnen und Bürger in einer demokratischen und friedvollen Welt.

Es ist für mich fast unmöglich, bestimmte Ereignisse und Geschichten aus meiner fünfjährigen Zeit in Polen herauszugreifen, denn da war viel zu viel, was ich für die Kooperation mit polnischen Partnern beispielhaft finde.

Ich könnte natürlich unsere Gesprächsreihe „Reden über Deutschland“ nennen, die mit einer beeindruckenden Veranstaltung im Warschauer Königschloss begann. Auf dieser diskutierte Altbundespräsident Richard von Weizsäcker mit Tadeusz Mazowiecki, dem ersten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Polens nach der Wende, unter der Regie von Janusz Reiter, dem ersten Botschafter der Dritten Polnischen Republik in Deutschland nach der Wende, über das deutsch-polnische Verhältnis.

Nennenswert ist überdies die Eröffnung der ersten umfangreichen Ausstellung über „Willy Brandt“ anlässlich des 30. Jahrestages des Warschauer Vertrags und Willy Brandts Kniefall vor dem Mahnmal der Ghetto-Helden, vielmehr, Ghetto-Opfer, in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder und des polnischen Ministerpräsidenten Jerzy Buzek. Günter Grass hielt seinerzeit die Einführungsrede. Oder die Kamingespräche des „Weimarer Dreiecks“ in der Villa Decius in Krakau unter Teilnahme des polnischen Europaministers Jan Kułakowski. Oder aber die aufwändigen und immer spannenden Verleihungen des Danziger Erich-Brost-Preises in Anwesenheit von Anneliese Brost und zahlreichen polnischen und deutschen Politikern wie Władysław Bartoszewski, Hans Koschnick, Horst Ehmke und dem Danziger Oberbürgermeister Paweł Adamowicz.

Da wären unzählige Anekdoten zu nennen, die sich um Hunderte von Maßnahmen rankten. Bei der Auswahl würde mir geradezu schwindelig werden. Daher konzentriere ich mich auf zwei Aspekte meiner Zeit in Polen:

Im Mittelpunkt stand die schwierige Aufgabe, einen Beitrag dazu zu leisten, die äußerst europaskeptischen Polen, d.h. die gesamte polnische Gesellschaft, davon zu überzeugen, dass ihr Beitritt zur Europäischen Union für sie und auch für Europa die beste langfristige politische Lösung sei. Statt nun im „alten Stil“ Propaganda zu betreiben und einen Beitritt mit „Hurra“ und Jubel herbeizuwünschen, setzten sich auf Vorschlag der FES in Warschau – eine Initiative, welche noch von meinem Vorgänger Hans Blumenthal begonnen wurde – die sechs bis sieben renommiertesten Gesellschaftswissenschaftler des Landes unter der Leitung von Prof. Jerzy Hausner (Krakau), dem späteren Finanzminister, zusammen und stellten sich ernsthaft die Frage, ob Polen eigentlich für die EU reif und vorbereitet sei. Sie gründeten einen Arbeitskreis und erarbeiteten einen jährlichen Report: Das „EU-Monitoring“, welches unterschiedliche Aspekte des gesellschaftlichen Lebens in Polen aufgriff und wissenschaftlich untersuchte. Aus der Rechtswissenschaft, der Ökonomie, der Geschichte, der Soziologie, der Politologie und anderen Wissenschaftszweigen lieferten die besten Experten des Landes nach langen internen Diskussionen ihre jeweils kritischen Beiträge ab.

Am Ende gab es eine handfeste Publikation. Der Präsident des Landes erhielt die einzige in Leder gebundene Ausgabe, auf die die anderen Interessierten bereits mit Spannung warteten.

Das „EU-Monitoring“, welches dann Jahr für Jahr erschien, entwickelte sich zu einem sehr kritischen Leitfaden für politische Ratgeber in Sachen EU-Beitritt. Das war nicht immer die reine Freude für die unterstützende FES, denn wir sollten ja einen durchweg positiven Ansatz fördern und nicht allzu kritisch sein. Aber ich erlebte die internen spannenden Debatten der Arbeitsgruppe stets im Geiste der generellen Zustimmung zu einem Beitritt, einer Zustimmung allerdings, die auch ihren Preis hatte.

So konnten wir als FES Warschau einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Polen heute als EU-Mitglied nach gerade einmal zehn Jahren zu einer von allen respektierten, tragenden Säule der Europäischen Union geworden ist. Der Präsident des Europäischen Rates ist ein polnischer Politiker, der ehemalige Ministerpräsident Donald Tusk, der höchstes Ansehen in der gesamten Union genießt.

Aus einer selbstkritischen Distanz und der Befassung mit dem Thema EU und Europa wurde eine überzeugte und überzeugende Stütze der gesamten Union: Das ist ein Erfolg sehr zahlreicher polnischer Bürgerinnen und Bürger, den wir nicht hoch genug bewerten können. Die FES in Polen hat nach ihren Möglichkeiten und mit ihren Menschen einen ganz kleinen Beitrag dazu beigesteuert. Und jetzt komme ich auf den zweiten Aspekt zu sprechen: Ohne das außergewöhnlich gute und überzeugende Team, das bis auf den Kollegen Frank Hantke und mir ausschließlich aus polnischen Mitarbeitern bestand, wäre diese Riesenaufgabe gesellschaftspolitischer Unterstützung polnischer Partner niemals so reibungslos und erfolgreich verlaufen. Trotz mancher Meinungsunterschiede hielten alle zusammen, dazu noch die sehr hilfreichen und konstruktiven Praktikantinnen und Praktikanten, sodass ich als Fazit nur feststellen kann: Meine fünfjährige Arbeit in Polen hat mir immer große Freude bereitet, besonders aber mit diesem solidarischen Super-Team im Rücken!

1998–2003 Frank Hantke Leiter des Regionalen Gewerkschaftsprojektes

Polen: Mein erster Einsatz als Auslandsmitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung

Es ist nun schon fast siebzehn Jahre her, als ich – vom Deutschen Gewerkschaftsbund kommend – in Polen das Regionale Gewerkschaftsprojekt der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) für Mittel- und Osteuropa etablieren sollte. Gern erinnere ich mich daran, weil es von Beginn an eine wunderbare Zusammenarbeit mit dem damaligen Büroleiter des Landesprojekts Polen, Hermann Bünz, gab, aus der ich sehr viel lernen konnte.

Das Aufgabenfeld „Gewerkschaften“ war sehr vielfältig und in Polen gab es – wie in so vielen Transformationsländern – eine zersplitterte Gewerkschaftslandschaft, die zudem von den meisten Bereichen der wirtschafts- und sozialpolitischen Diskussion ausgeschlossen war. Weil wir wissen, dass Gewerkschaften nur dann etwas bewirken können, wenn sie mit einer Stimme sprechen und gemeinsam Forderungen und Ideen entwickeln, war es eine der ersten Aufgaben, eine Zusammenarbeit der beiden großen Verbände – später noch weiterer – zu befördern. Wer „das Geschäft kennt“, weiß, dass dies allein schon fast eine Sisyphus-Aufgabe war. Aber die FES als Moderator konnte hierbei eine wichtige Funktion übernehmen. Rückblickend denke ich, dass der Felsbrocken doch ein wenig nach oben befördert wurde. Des Weiteren erschien es notwendig, die Gewerkschaften besser in die wichtigsten wirtschafts- und sozialpolitischen Diskussionen einzubinden. Dazu gab es eine Vielzahl von Trainings und Seminaren, aber wir wollten mehr. Der Sozialdialog als wesentliches Element auch des Europäischen Wirtschafts- und Sozialmodells musste eingerichtet und mit Leben erfüllt werden. Daher begannen wir auch die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern und ihren Organisationen, die ebenfalls zersplittert waren. Ich erinnere mich noch, dass es zunächst ein großes Erstaunen gab, als die FES mit Arbeitgebern zu kooperieren begann. Wir haben sogar den Namen des „Gewerkschaftsprojektes“ geändert in „Sozialdialog und Arbeitsbeziehungen“ – ein sehr wichtiges Signal. Das Erstaunen war noch größer, als es funktionierte! Ganz besonders erinnere ich mich an ein gemeinsames, mehrtägiges Seminar in Klausur, wo wir in Rollenspielen ein gegenseitiges Verständnis und darüber hinaus auch die gemeinsame Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung erarbeiten konnten. Gewiss wurde nicht alles gleich in der Praxis umgesetzt, aber ebenso gewiss ist, dass die FES damit zu einem neuen Rollenverständnis der beiden Akteure beitragen konnte. Dies war natürlich nur ein kleiner Stein im großen Mosaik der Integration in die EU – aber ein notwendiger.

Bei all der schwierigen Arbeit gab es aber auch schöne Momente. Als ich im Warschauer Büro ankam, stand ein wunderschönes Zimmer für mich bereit, weiß gestrichen – und vollkommen leer. Denn ich sollte selbst meine Einrichtung auswählen. Das allererste war eine Espresso-Maschine, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte und mit der ich meinen Gästen immer einen frischen Espresso aufbereitete – damals noch ein eher exquisites Angebot. So etwas gab es nur im schnieken Bristol-Hotel oder auf der Nowy Świat. Viele dieser kleinen Tässchen Espresso haben auch Freundschaften mit sich gebracht. So stand eines Tages ein Gewerkschaftsvorsitzender mit ei-ner Riesentorte vor der Tür: „Bei Dir gibt es immer so einen guten Kaffee, aber unsere Torten sind auch nicht ohne …!“ Das ganze Büro bekam ein Stück vom Kuchen. Und der war wirklich gut!

Andererseits muss ich mich wohl immer noch dafür entschuldigen, dass ich zum Espresso auch ein Zigarillo rauchen musste. Die armen Kolleginnen und Kollegen! Ich hoffe dennoch, dass sie mich noch „riechen“ können! Zum Jubiläum meine herzlichen Glückwünsche!

2003–2009 Peter Hengstenberg Leiter der FES in Polen

Text: Roland Feicht

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit des Warschauer FES-Büros unter der Leitung von Peter Hengstenberg waren Aspekte der europäischen Integration, denn Polen wurde 2004 Mitglied der Europäischen Union. Im Mittelpunkt von Studien und Dialogserien stand die Bedeutung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialmodells bzw. des Sozialen Europas für das europäische Einigungsprojekt und für Polen. Viel Aufmerksamkeit erzielte dabei eine Sendereihe mit Radio Zachód über Polen in der EU. Der „Sozialreport Polen 2005“ stieß nicht nur in Polen, sondern auch in den übrigen mitteleuropäischen Ländern auf großes Interesse. In Polen wurde er zur Plattform für Diskussionen über die Weiterentwicklung der Sozial- und Wirtschaftspolitik des Landes. In dem 2009 veröffentlichten Buch „Diversity and Commonality in European Social Policies: The Forging of a European Social Model” werden die Wohlfahrtsmodelle und -reformen der letzten 20 Jahre in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Dänemark sowie Polen, Tschechien und Estland untersucht und die Herausforderungen für die EU – Globalisierung, technologische Revolution, Umwelt und Klimawandel, Alterung der europäischen Gesellschaft – analysiert und Antworten formuliert.

Im Kontext der Europäischen Nachbarschaftspolitik wurden auf Fachtagungen die Entwicklungen in der Ukraine während der Orangenen Revolution (2005, zusammen mit dem Warschauer Zentrum für Oststudien, Batory-Stiftung, DGAP, SWP), die Beziehungen zwischen der EU und Russland (2006, zusammen mit PISM, CSM, CEPS) und die Ausrichtung der Europäischen Nachbarschaftspolitik als solcher (2006, Stiftung Amicus Europae) diskutiert. Kontinuierlich förderte die FES Jugendaustauschprogramme mit osteuropäischen Ländern im Rahmen der polnischen „Young Leaders‘ School“.

Ein weiterer großer Arbeitsschwerpunkt waren die deutsch-polnischen Beziehungen. Hervorzuheben ist dabei der von Friedhelm Boll, Wiesław Wysocki und Klaus Ziemer herausgegebene Band über Versöhnung und Politik. Hier werden besonders die polnisch-deutschen Versöhnungsinitiativen der 1960er Jahre auf kirchlicher Ebene und die Entspannungspolitik untersucht. Der Band entstand nach einer Konferenz zum Thema „Von der Versöhnung zur Zusammenarbeit“, die 2005 gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut und der Kardinal-Wyszyński-Universität in Warschau veranstaltet wurde. Die polnische Überset-zung des Sammelbandes wurde 2010 auf einer Tagung der FES, des polnischen Episkopats und der Kardinal-Wyszyński-Universität vorgestellt.

Die Bedeutung des politischen Vermächtnisses von Willy Brandt für die deutsch-polnischen Beziehungen wurde durch die Vorlesungssequenz der Breslauer Willy- Brandt-Lesungen gepflegt, die die FES seit 2002 gemeinsam mit dem Willy-Brandt- Zentrum an der Universität Wrocław durch-führt. Renommierte deutsche Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wie Erhard Eppler, Hans-Ulrich Klose und Angelika Schwall-Düren hielten Vorträge über Herausforderungen in Europa und in den deutsch-polnischen Beziehungen.

Nicht zu vergessen ist im Zusammenhang der deutsch-polnischen Beziehungen auch die Kooperation der FES mit dem Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit (HDPZ) in vielfältigen Aktivitäten, u.a. im Bereich Jugendakademie, Menschenrechte, Genderunterricht und Kommunalpolitik.

2009–2014 Knut Dethlefsen Leiter der FES in Polen

Europa weiter wagen!

Im Sommer 1990 reiste ich das erste Mal nach Polen. Keine Reise hat mich stärker geprägt. Deutschlands wichtigster Nachbar beschäftigt und inspiriert mich bis heute. Ich hatte mich vor 25 Jahren entschieden, als freiwilliger pädagogischer Mitarbeiter der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Polen für anderthalb Jahre in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz/Oświęcim zu arbeiten. Mittlerweile siebzig Jahre sind seit der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers vergangen. Auschwitz ist jetzt Gedenkstätte, Museum, Friedhof und nicht zuletzt auch eine polnische Kleinstadt. Und wir Deutschen können und wollen hinter Auschwitz nicht zurück. Jede Generation wird sich mit diesem Tiefpunkt der Menschheitsgeschichte auseinanderzusetzen haben.

Während meines Friedensdienstes habe ich angefangen Polnisch zu lernen, um mehr vom Leben in Polen mitzubekommen. Die Zeit des Umbruchs war eine einmalige Chance, den politischen und wirtschaftlichen Neuanfang Polens hin zu einer Demokratie und Marktwirtschaft hautnah mitzuerleben. Die Zeitenwende 1989/90 ist wohl die zentrale politische Erfahrung für meine Generation. Mit knapp zwanzig Jahren wurden wir Zeugen der Tatsache, dass eine Revolution ohne Gewalt nicht nur möglich ist, sondern auch der Geschichte eine neue Richtung geben kann. Ich habe diese Zeit als junger Mensch bewusst miterlebt und werde wohl nie die Stimmung jener Tage vergessen. Wir hatten die Hoffnung auf eine bessere Welt, der Aufbruch war greifbar nahe, auch wenn die tagespolitische Realität später manche Hoffnung enttäuscht hat. Es war aufregend, tagtäglich zu verfolgen, wie die Teilung Europas von Polen aus überwunden wurde. Fast zwanzig Jahre später nach Polen zurückzukehren und fünf Jahre in der Hauptstadt Warschau zu arbeiten, war für mich eine persönliche Konsequenz.

Und es war großartig wieder in Polen zu sein und im Großen wie im Kleinen zu erfahren: Versöhnung ist möglich. Die Polinnen und Polen haben sie in erster Line möglich gemacht mit ihrem Mut zum Neubeginn. Sie haben sich auch in schwerer Zeit die Unabhängigkeit des Geistes erhalten und letztendlich damit ihre eigene Freiheit errungen. So konnte Polen wieder seinen Platz in der Mitte Europas einnehmen. Deutsche und Polen sind Nachbarn und sogar Freunde geworden. Wenn Deutsche und Polen wollen, sind sie sich sehr nahe und können zusammen viel erreichen – in und für Europa. Polen ist für mich ein Stück Heimat geworden. Es ist vertraut, viele Erinnerungen begleiten mich und es gehört zu meinem Alltag. Ich kann sagen, dass ich mich in Warschau verliebt habe. Keine Stadt sonst bildet so sehr das Jahrhundert der Extreme ab, wie Eric Hobsbawm das 20. Jahrhundert nannte. Für mich ist Warschau heute eine Stadt des Aufbruchs, eine Stadt des Esprits des 21. Jahrhunderts und eine Stadt des gemeinsamen Europas.

Die fünf Jahre in Polen waren eine gute Zeit. Und es bleibt das Gefühl, dass noch viel zu tun ist. Für das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung war es eine Zeit des Aufbruchs, eine Zeit großer Präsenz und großer Aktivität. Mit einem frisch konstituierten Team und vielen langjährigen sowie auch neuen Partnern stand die Zukunft Polens im Zentrum unserer Arbeit. Basis dafür sind die polnisch-deutschen Beziehungen. Im Sinne von guter Sozialdemokratie haben wir mitgeholfen diese Beziehungen zu stärken, auf allen Ebenen. Wir wollten Polens Integration in die EU vertiefen und das Deutsch-Polnische zum Motor für Europa machen. Wir haben den Dialog zwischen polnischen und deutschen Sozialdemokrat_innen anregt und sie miteinander vernetzt. Zusammen haben wir gelernt, diskutiert und sind hoffentlich auch ein Stück gewachsen.

Kein anderer prägt die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Polen wie Willy Brandt. Schließlich war es seine Politik, die den Weg zur Versöhnung möglich gemacht hat. Daher war auch die Erinnerung an den 7. Dezember 1970 so wichtig für die Friedrich-Ebert-Stiftung. Damals ging ein Bild um die Welt, welches uns bis heute begleitet: Langsam, mit schweren Schritten und versteinerter Miene schreitet der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt auf das Denkmal der Helden des Ghettos in Warschau zu. Ein großer Kranz mit weißen Nelken wird niedergelegt. Brandt rückt die schwarz-rot-goldene Schleife zurecht. Dann sinkt er plötzlich und unerwartet auf die Knie. Der Kniefall von Warschau – dieser spontane Gefühlsausbruch vor dem Denkmal der Helden des Ghettos – ist mehr als nur eine Geste. Er wird zur Ikone der Versöhnung. Willy Brandt ehrte mit diesem Kniefall nicht nur die Aufständischen des Warschauer Ghettos. Er setzte auch ein eindrucksvolles Zeichen der Aussöhnung zwischen Polen und Deutschen – ein Zeichen des Aufbruchs und des Neubeginns, ein Symbol der Neuen Ostpolitik. Mit der Unterzeichnung des Warschauer Vertrags am Nachmittag des 7. Dezember 1970 untermauerte Brandt anschließend das neue politische Prinzip der Bundesrepublik des „Wandels durch Annäherung“: 25 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erkennt die Bundesrepublik die Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens an und verzichtet auf alle Gebietsansprüche. Dieser Vertrag ebnete den Weg zur Partnerschaft zwischen Polen und Deutschland und half, die Teilung Europas zu überwinden. Der Besuch des deutschen Bundeskanzlers in der polnischen Hauptstadt wurde zum Meilenstein auf dem Weg der europäischen Versöhnung, der Annäherung von Ost und West und der europäischen Integration.

Für die Aussöhnung mit den Nachbarn im Osten durch die Anerkennung des Status quo erhält Willy Brandt im Dezember 1971 den Friedensnobelpreis. Seine politische Botschaft war einfach, das Ziel klar: Durch das Eingeständnis deutscher Schuld vollzog Willy Brandt einen wichtigen Schritt hin zur Überwindung der Spaltung Europas. Das Nobelkomitee begründet die Preisverleihung wie folgt: „Willy Brandt hat im Namen des deutschen Volkes die Hand zu einer Versöhnungspolitik zwischen alten Feindländern ausgestreckt und einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Möglich-keiten für eine friedliche Entwicklung nicht nur in Europa, sondern in der Welt als Ganzes geleistet.“

Bis heute hat Willy Brandts Politik nichts an Aktualität verloren und so bleibt auch für die Friedrich-Ebert-Stiftung noch viel zu tun. Sein Mut, neue Wege trotz unüberwindbar erscheinender Hindernisse zu beschreiten hat Vorbildcharakter. Im Angesicht von Krisenstimmung und zunehmender Europamüdigkeit lässt sich – ganz im Brandtschen Sinne – Europas Bürger_innen und Politiker_innen zurufen: „Wagt weiter!“

seit 2014 Roland Feicht Leiter der FES in Polen